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Thomas Witzmann
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leit-motiv


 

 

 

Besetzung:
variabel, mindestens 4 Spieler
Werkdauer:
16'
Uraufführung:
28.02.1991, Frankfurt Musikhochschule
gespielt von:
hr-Ensemble für Neue Musik mit Malcolm Goldstein
Sonstiges:
HR Mitschnitt. Weitere Aufführungen in Köln und Recklinghausen.
Kurzbeschreibung: Video-Installation: Monitore werden im Raum verteilt, davor sitzt jeweils ein Musiker, zu sehen ist (als speziell zusammengeschnittener Stummfilm) der dirigierende Peter Eötvös, die Musiker reagieren nach Plan quasi improvisierend.
Presse:

Bitte hören Sie nicht zu - Reden Sie weiter

Szenisches Konzert beschreitet neue Wege der Musik

[...] Thomas Witzmann aus Köln, der Regisseur des Abends, schuf mit seiner Video-Installation "Leit-Motiv" nicht nur den Übergang in die 90er Jahre, sondern auch die Verbindung der Aufführungsorte. Im Erd-ge-schoß verteilt und die Treppe bis zum Festsaal hinauf saßen die Musiker, ein jeder vor seinem eigenen Fern-seher, mit Regieanweisungen statt Notenblättern vor sich. Dirigiert wurde das verstreute Orchester per Bild-schirm von Peter Eötvös. Die Instrumentalisten lieferten ein Glanzstück ab, das Publikum staunte sich von einem Monitor zum nächsten. [...]

WAZ
19. Dezember 1991
Martina Möller

 

Das Spektrum des unter Malcolm Goldstein unaufdringlicher Regie an zwei Abenden Gebotenen reichte von ritueller Textkomposition (Pauline Oliveros´"The new sound meditation"), in der Stockhausens "Aus den sieben Tagen" Pate gestanden hat, bis zur extrovertierten Video-Übung ("Leitmotiv" von Thomas Witzmann). Die Musiker reagieren nach vorheriger Absprache simultan auf acht im Foyer installierte Monitore - zu sehen ist der dirigierende Peter Eötvpös. Ein Spiel, das die tradierte Hierarchie Dirigent-Orchester mittels Improvisation liebevoll und doch respektlos bespöttelt.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.1991

 

Thomas Witzmann hatte zu diesem Thema ebenfalls einen sehr heiteren und spannenden Beitrag eingebracht. Das in der Besetzung flexible Opus "Leit-Motiv" postierte im Stadtgarten vier Musiker vor vier Monitore, deren Bildschirm einen Dirigenten bei der Probe eines beliebigen Stückes zeigte. Wie in Stummfilmzeiten vertonten die Musiker nun die "leitmotivischen" Bewegungen des Dirigenten nach groben Grundmustern zu einem kurzweiligen Blasquartett, ganz im Sinne grenzenloser Phantasie.

Kölner Rundschau, 14.05.1991

Instrumente rattern wie eine Mähmaschine

Szenisches Konzert im Festspielhaus birgt zahlreiche Überraschungen Experimente mit Klang und Bild

Einige waren ratlos. Einige wirkten irritiert. Wenige waren zornig. Viele verlebten einen vergnüglichen Abend. So könnte man kurz und knapp die Empfindungen des Publikums bei einem der seltsamsten Konzerte be-schreiben, die jemals in Recklinghausen zu hören (und sehen) waren.

Ein "szenisches Erlebnis" hatte der zuständige Programmgestalter Helmut Imig denjenigen versprochen, die den Mut hatten, sich am Montag abend auf den "grünen Hügel" zu begeben. Denn ein gewisses Maß an Courage gehörte schon dazu, angesichts angekündigter Werke von Satie, Milhaud, Witzmann und Walton den Weg ins Festspielhaus zu finden [...]

Nun, die Schar der "Aufrechten", die das Experiment der herkömmlichen Interpretation vorzog, wurde sicher nicht enttäuscht. Denn eines muß man sagen. Auch wenn nicht alles auf Anhieb verständlich wurde, wenn manches im Dunstkreis inzwischen vergangener Avantgarde verborgen blieb - der Unterhaltungswert der Musikfreunde-Veranstaltung war beachtlich.

Mit einem üblichen Konzert hatte die Inszenierung allerdings nur sehr am Rande zu tun. Natürlich gab es Musiker. Es gab auch einen Dirigenten. Doch niemand hatte einen Frack an, niemand saß auf einer Bühne, um dem Publikum die Töne quasi ins Angesicht zu blasen oder zu streichen.

Dafür gab es eine Video-Installation, bei der die Akteure mit ihren Instrumenten über das ganze Foyer verteilt saßen. Solisten also, die ein Dirigent auf dem Bildschirm zu einem imaginären Orchester vereinigte. [...]

RE
18. Dezember 1991
Christoph Mrosek

 

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