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Thomas Witzmann
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atelier europa 93


 

 

 

Presse:

Spielwiese für Macht und Kunst

Jazzimprovisationen im Rathaus

Am Freitagabend erlebten etwa 100 Besucher im Foyer des Rathauses eine völlig neue Nutzungsmöglichkeit des Zentrums der kommunalen Macht: Die Performance "Componations" wurde speziell für sakralen Klang in den "heiligen Hallen" erarbeitet.

Zwölf Jazz-Musiker waren im Rahmen des "Atelier Europa '93" angereist. Gemeinsam mit einer Schauspielerin und einer Tänzerin experimentierten sie in zweiwöchiger Werkstattarbeit im Grenzbereich von Musik, Literatur und Tanz. Unter der künstlerischen Leitung von Thomas Witzmann, der de Jazzfreunde schon 1991 mit einer Komposition für das Museum für Kunst und Kulturgeschichte begeisterte, entstand eine Rauminsze-nierung für das Dortmunder Rathaus.

Bis unter die lichte Kuppel nutzten die Künstler alle Rundgänge für das Szenario "Macht und Kunst". Begrüßungsreden der Oberbürgermeister aus den jeweiligen Heimatstädten sowie die musikalische Wurzeln der Jazzer aus Rußland, Polen, Schweden, England und Ungarn wurden in die Komposition hineingewoben. Das einzige Instrument, auf das die Politiker hörten - ein Glöckchen - hätte er zuvor im Ratssaal geklaut, so Witzmann. Einzig dies Klingeln erinnerte daran, daß dieser Ort nicht immer Spielwiese für Improvisationen ist.

WAZ
28. Juni 1993
(kk)

Performance als Abschluß im Rathaus

Vierzehn Künstler aus Europa zu Gast im festlichen Bürgersaal

Mit 14 Künstlern aus sechs europäischen ändern ging die "Spremuta" - "Werkstatt Europa" unter der künstlerischen Leitung von Thomas Witzmann mit der abschließenden Veranstaltung ins Rathaus.

Witzmann hatte für seine ans Gesamtkunstwerk gereichende Performance hochkarätige Musiker aus der Region, aber auch aus Rußland, Polen, England und Dänemark verpflichtet. Er muß die Spiegelung als Prinzip genommen haben. So war die Galerie im Rathaus den Artisten vorbehalten, das Publikum nahm im Innenraum Platz, wo zweifelsohne die besten akustischen Bedingungen herrschten.

Eine weitere Spiegelung von Veranstaltungsort und Anlaß war mit den Grußworten zweier Stadtväter realisiert worden. Der Hausherr war mit einem Grußwort zur Stelle, das sich allerdings selber desavouierte, wie jeder auch ohne Matthias Nadolnys und Eckhard Koltermanns musikalische Interpretation begriff.

Witzmanns Gesamtinterpretation durch sein Ensemble ließ denn auch den Sprachgehalt der Rede in einem babelischen Durcheinander untergehen, aus dem sich das universale System der Musik heraus entwickelte. Wieder eine Spiegelung. Als besondere Leistung des Abends ist Christin Josefiaks expressive Tanzinterpretation hervorzuheben.

Einigen Musikern sei sie z. B. erst beim Tanz auf der Treppe begegnet. Sie konnte sich allein nur an die Musik halten, eine Choreographie hatte nicht stattgefunden. Dennoch lotete die Tänzerin vom Dortmunder Opernhaus auf vielfältige Wiese die "Bühnen"-Möglichkeiten instinktiv aus.

Vielleicht stellte sie einen Menschen in Konfrontation mit der Bürokratie dar, was eine mögliche Interpretation ihrer Bewegungsabläufe im Rathausfoyer sein könnte.

Westfälische Rundschau
18. Juni 1993
Frank Henseleit

"Spremuta" wurde zum Programm

Zwei Wochen lang haben 14 Jazzmusiker aus sechs europäischen Ländern im Kulturhaus Neuasseln ein Projekt entwickelt, das sie am Ende des 3. Dortmunder Jazzfrühlings im Rathaus vorstellten.

Die Begegnung der Musiker ist Programm geworden in der "Spremuta", einer Synthese aus Sprechgesang, Musik und Tanz, in der das Verhältnis zwischen "Macht und Kunst" thematisiert werden sollte. Verteilt auf die vier Ebenen der Bürgerhalle begannen die Musiker das einstündige Experiment mit Klangfetzen, aus denen sich Dialoge zwischen einzelnen Instrumenten entwickelten. Immer neue Raum- und Klanginstallationen entstanden. Die Akustik wurde zum Kommunikationsmittel in Einzel- und Kollektivimprovisationen, die am Ende den Klang bersten ließen.

 

Ruhr-Nachrichten
28. Juni 1993
(JG)

 

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